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Unsere Madonna, ein Wahrzeichen für Kordel

Unsere Madonna, ein Wahrzeichen für Kordel

Verfasser und Eigentümer des Grundstücks:
Gisbert Dietz, Johannisstraße 9 in 54290 Trier

Die Muttergottes in der Grotte zwischen Ramstein und Kordel hat wieder einen Weitblick –
die Borkenkäfer haben es geschafft, dass aus Gründen der Verkehrssicherheit im Ramsteiner-Weg
zwischen Kordel und der Burg Ramstein Fichten gefällt werden mussten. Somit wurde der
Muttergottes, am Hang in einer Felsengruft, der Blick über das Kylltal wieder weitestgehend
freigegeben. Erlaubt ist ein Vergleich zur Kaulay, dem Wahrzeichen von Kordel: Sieht man sich den
Marienfels genauer an, könnte es der kleine Bruder der Kaulay sein, nur seitenverkehrt, mit dem
Vourdel (Vorteil), dass man den „kleinen Bruder“ jetzt wenigstens wiedersieht.
Die Muttergottes führte einst am Eingang der Sakristei der Kordeler St. Amandus-Kirche ein
Schattendasein. Meine Mutter, Käthchen Dietz, hatte vor ca. 60 Jahren die Idee, ihr einen
ehrenvolleren, weithin sichtbaren Standort in der Felsgrotte auf unserem Grundstück am
Ramsteiner-Weg zu geben.

Maria

Während der Amtszeit des Pfarrers Peter Schmitt in den Fünfziger Jahren war die Figur unter
anderem der Neugestaltung des Innenraums der Pfarrkiche St. Amandus zum Opfer gefallen.
Mittlerweile war Schmitt nicht mehr Pfarrer in Kordel, sondern es amtierte Johannes Hintzen.
Dieser führte erfolgreich Verhandlungen mit dem Bistum Trier über die Erlaubnis, die Marienstatue
in unserer Felsgrotte aufstellen zu dürfen. Daraufhin ließ meine Mutter die Statue restaurieren und
so ist sie an ihren neuen Standort versetzt worden. Zur Einweihung wurde dies sogar mit einer
feierlichen Prozession zur Muttergottes besiegelt. In Kordel gibt es mehrere Versionen über den
Grund der Aufstellung der Muttergottes, letztendlich ist aber nur wichtig, dass sie überhaupt in den
Felsen im Heidenberg kam.

Maria

Die frisch im Grundstück angepflanzten Fichten wuchsen und wuchsen, so dass die Muttergottes
nach ca.20 Jahren im Tannenwald verschwand. Der eingetretene Pfad und die vielen Plastikhüllen
der Kerzen beweisen, dass sie trotzdem noch immer häufig aufgesucht wird.
Ihr Gewand trägt sie nun schon 60 Jahre – von Weitem ist es noch in einem augenscheinlich guten
Zustand, bei näherem Hinsehen aber würde der Madonna eine Restaurierung guttun. Hobby-
Restauratoren könnten sich damit einen guten Platz im Himmel sichern.
Der Platz im Himmel ist inzwischen für Paul-Michael Maigler reserviert. Wie es dazu kam?

Gisbert erzählte Paul-Michael von der Situation im Wald und vom Zustand der Statue. Paul war
sofort Feuer und Flamme, und weil Gisbert ja wusste, mit welcher Hingabe und Kreativität er z.B.
die Fasnachtswagen gestaltet, war sofort klar, wer die Muttergottes restaurieren wird. Das erste
Wunder, so schnell einen Restaurator gefunden zu haben!

Maria

Die Figur vor Ort zu restaurieren würde sich äußerst schwierig gestalten. Sie von ihrem alten Platz
unbeschadet zu entfernen, schien auch fast unmöglich. Paul-Michael hatte jedoch einen
Geistesblitz: „Ich rede mal mit Michael Backes, wie wir dabei vorgehen können; der ist Alpinist
und hat bestimmt gute Ideen.“
Gesagt – getan. Ein paar Tage später klingelte es bei Maiglers: vor der Türe stand Michael Backes
und sagte: „Ich habe eine Anhalterin mitgebracht, die wollte unbedingt zu Euch“. Als Michael B.
die Plane von seinem Pickup lüftete, war die Überraschung groß: Die Maria lag dort unbeschadet
auf der Pritsche.
Da kann man nur sagen, das war das zweite Wunder! Michael hat Dank seiner alpinistischen
Fähigkeiten und mit Hilfe von Seilzügen die 1,60 m große und ca. 100 kg schwere Madonna auf
seinen Pickup schweben lassen.
Sie stand dann in Maiglers Carport und für Paul-Michael fing jetzt die Arbeit an:

Die Statue musste erst einmal „unter die Dusche“, denn nach 60 Jahren hatte sich da allerhand
Dreck angesammelt. Viele Kordeler haben den Fortschritt der Restaurierung mitbekommen und
alle waren erstaunt über die feinen Gesichtszüge, die man jetzt aus der Nähe betrachten konnte.
Paul Michael hat die Marienstatue wunderschön restauriert und zum Schluß nochmals mit Klarlack
überzogen, damit sie wieder mindestens 60 Jahre auf ihrem Stammplatz stehen kann.
„Zurück bringen wir die Maria,“ wie Michael Backes sagte, „so, wie sie runterkam“. Sie müsse
dann nur noch richtig befestigt werden.
Kordel hat Männer der Tat und so hoffen wir, dass die Marienstatue bei Erscheinen des neuen
„KORDELER“ wieder auf ihrem alten Platz stehen wird.
Ob es erneut eine Prozession geben wird, das müßten die Kordeler Kirchenvertreter bzw. der
Bischof entscheiden. Unabhängig davon kann jeder mit der Muttergottes über einen Besuch bei der
Grotte im Heidenberg mit ihr in Kontakt treten.

Maria